Uraufführung "The Pine-Soughing Valleys" in Mannheim

 

Die Musikalische Akademie Mannheim beauftragte den chinesischen Komponisten Guoping Jia ein Orchesterwerk für Symphonienorchester und zwei traditionelle chinesische Instrumente zu komponieren. Das Werk wurde am 19. und 20. Mai 2014 im Rosengarten Mannheim uraufgeführt. Dirigent war Shao-Chia Lü aus Taiwan.

 

Solisten:

Chang Su - Gu Zheng

Ying Dong - Sheng

 

Guoping Jia

studierte 1987 bis 1991 am Zentralen Konservatorium in Beijing, wo er anschließend als Dozent lehrte. 1994 nahm er mit einem DAAD-Stipendium ein Meisterstudium bei Helmut Lachenmann an der Stuttgarter Musikhochschule auf. Nach der Abschlussprüfung kehrte er 1998 nach China zurück und übernahm am Pekinger Zentralkonservatorium eine Professur für Komposition. Er ist stellvertretender der Fakultät für Komposition. 2007 war er an der Gründung des Kompositionswettbewerbs Con Tempo – Junge Kammermusik in China beteiligt.

 

"The Pine-Soughing Valleys"

Diese neue Komposition wurde von einer chinesischen Tuschmalerei aus der Song-Dynastie (ca. vor 1000 Jahren) inspiriert. Guoping Jia setzte aber keine konkrete Landschaft in seine Komposition um, die in dem Bild dargestellt wurde. Er fragt sich die Frage, wie man auf der Basis der chinesischen traditionelle Musik neue Ausdrucksformen finden kann. "In meinen Werken übernehmen die traditionellen chinesischen Instrumente nicht mehr die überlieferte Rolle des melodischen Gesangs, sie bilden mit den verschiedensten Klängen und Tönen vielmehr ganz neue Klangkonstellationen und vielseitig verwendbares musikalisches Material. Dieses Material erweitert und entwickelt sich im Verlauf der Komposition, um mit verschiedenen Konstellationen und Transformationen den gesamten Klangeffekt zu bestimmen und somit den traditionellen Instrumenten neuartige und ergreifende Ausdrucksformen zu verleihen“, so sagte der Komponist.

Die Uraufführung hat sowohl die Konzertbesucher, die die neuen Musik schwer verstehen, als auch die Musikkritiker und Musikwissenschaftler überzeugt. Stefan M. Dettlinger schrieb: "...So werden "The Pine-Soughing Valleys" zum Glücksfall zeitgenössischer Musik. In ihrer modernen Dekonstruktion und Vielfalt verweigern sie sich sowohl dem Begriff allzu spröder Avantgarde als auch einer postmodernen (oder neoromantischen) Klanglichkeit, die immer Gefahr läuft, den Kitsch zu streifen." (Mannheimer Morgen, 21.05.2014)

 

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